Unsere Kleingartenanlage befindet sich auf dem früheren Ackerland der Treptower Kolonisten, die 1779 durch Friedrich II. in der Nähe des heutigen Ausflugsrestaurants „Zenner” angesiedelt wurden. Sie ist eine der letzten verbliebenen Gartenanlagen des heutigen Stadtteils Plänterwald, die zu Beginn des 20. Jahrhunderts noch einen Großteil Treptows ausmachten und damit ebenso prägend für ihn waren, wie die zahlreichen Ausflugsrestaurants.

Ausschnitt einer Karte von 1844 mit dem eingezeichneten „Acker den Colonisten von Treptow gehörig”, Zentral- und Landesbibliothek Berlin

» Gesamtansicht der Karte der vormaligen Cöllnischen Kämmerei-Heide nach der vollendeten Separation 1844

Um die Jahrhundertwende wurde entlang des Dammwegs zunächst die „Pachtsiedelung am Plänterwald“ mit 21 Parzellen gegründet. Sie gehörte später dem Bezirksverband Neukölln-Treptow des „Provinzialverbands Groß-Berlin der Kleingärtner und Kleinsiedler” an und war unweit des Ausflugslokals „Neu-Tivoli” gelegen.
Unabhängig davon existierten ab den 1920er Jahren in unmittelbarer Nachbarschaft auch die Kolonie des Sonnenbads Fischer, mit 8 Parzellen, sowie mehrere verpachtete Gartenparzellen auf dem Grundstück einer ehemaligen Gärtnerei. Die drei Anlagen wurden 1940 mit zahlreichen Gärten jenseits der Neuen Krugallee in dem neu gegründeten Kleingärtnerverein „Rathaus” zusammengefasst.

Seit Kriegsende erfolgte eine Erweiterung der Flächen zum Rand des Plänterwalds hin. Der sogenannte Rathausblock schrumpfte jedoch ab den 1960er Jahren durch die Bebauung auf der anderen Seite der Neuen Krugallee und befand sich schließlich nur noch auf der Waldseite.
Nach dem Mauerbau 1961 konnten Pächter aus dem nahen Kreuzberg oder Neukölln ihre Gärten nicht mehr bewirtschaften, diese wurden durch Pflege- bzw. Nutzungsverträge an Pächter aus der DDR weitergegeben.

Heute umfasst unsere Anlage 96 Parzellen. Wasser- und Stromleitungen sowie das Vereinshaus wurden in den vergangenen Jahrzehnten weitgehend in Eigenleistung geschaffen. Seit der Wende vermischt sich die aus den damaligen Ostbezirken stammende Mitgliedschaft wieder mit Pächterinnen und Pächtern aus Kreuzberg und Neukölln, wie schon zu Beginn des 20. Jahrhunderts.