Liebe Gartenfreunde,
am 15.10.2025 fand die 3. öffentliche Serienveranstaltung in der Späthschen Baumschule
statt.
Alle Berliner Gartenfreunde wurden aufgefordert die Gartenfreunde der betroffenen
3 Kleingartenkolonien im „Dreieck Späthfelde“ an diesem Tag friedlich – aber eindrucksvoll
beiseite zu stehen.
Als ich 17:30 Uhr in der Baumschule eintraf, erwartete mich ein imposantes Bild.
Ca. 500 Gartenfreunde aus ganz Berlin hatten sich auf den teilweise sehr weiten Weg
(Spandau, Marienfelde, Marzahn… Einfach Klasse!!!) gemacht, um Solidarität mit den unter
starken Druck geratenen Treptower Gartenfreunden zu zeigen.
Zur Veranstaltung musste man sich vorab online anmelden. Die 300 Plätze waren sofort
ausgebucht. Auch eine Warteliste ist leider überfüllt – so teilte es mir die nette Empfangsdame
mit. Vor der Halle wurde appelliert, sich der DEMO an der Späthstraße anzuschließen und die
Veranstaltung nicht zu stören. Diese Aufforderung kamen ca. 50 Teilnehmer nicht nach
und so gingen wir gemeinsam nach ca.15 Minuten Wartezeit in die Veranstaltungshalle.
Die Veranstaltung wurde – wie bereits alle vorhergehenden Veranstaltungen – im Sinne einer
DIALOG Veranstaltung angekündigt.
Von Dialog kann man hier allerdings nicht sprechen. Besser ein Monolog der Vortragenden,
mit erwarteter Duldsamkeit der betroffenen Kleingärtner. Das Mikrofon befand sich nur in
den Händen der Veranstalter. Einwürfe der Gäste mussten stimmgewaltig den Vortragenden
entgegengeworfen werden. Insgesamt ein unwürdiger Zustand. „DIALOG“ sieht anders aus.
Hier sollte generell diese Form des demokratischen Austausches neu gedacht und neu
formuliert werden.
Dem geneigten Zuschauer wurde zunächst stolz im Zeitstrahl vorgezeigt:
„man sei im ordentlichen Abarbeiten der gesteckten Terminvorgaben“.
Hier zeigte sich wie Bürokratie funktioniert – es wird abgearbeitet. Die Mühlen arbeiten
langsam, aber man kommt voran. Egal was die betroffenen Gartenfreunde einwenden, egal
was die Naturverbände sagen, egal was die Bezirkszuständige Stadtentwicklung Treptow
Köpenick Frau Dr. Leistner zu den geplanten Wohnquartieren meint – die Richtung stimmt!
Ca. 2.000 bis 4.000 Wohnung sollen auf dem 100 Hektar großen Gebiet gebaut werden.
500 Kleingärtner verlieren ihren Garten. Eingeplantes Trostpflaster; Kleingärten (wie viele?)
sollen umgelegt/verlegt werden.
Habitate werden vernichtet. Brachflächen, Wiesen, Grünflächen verschwinden
unwiederbringbar.
Da ist es schon ein Treppenwitz wenn der zuständige Staatssekretär die Anwesenden versucht
zu beruhigen: „ man werde auch Grünanlagen im Wohngebiet einbringen“.
Postwendend und nachvollziehbar der wütende Einwurf eines betroffen Gartenfreundes;
„ dit brauchste nich, Grün hamm wa hier schon!“
Drei beauftragte Planungsbüros unterbreiteten den Zuhörer hingebungsvoll ihre Pläne zur
Bebauung des Areals. Diese Entwürfe sollten anschließend in „Kleingruppen“ kritisch
diskutiert werden. Jeden Einwurf werde man berücksichtigen.
Als Fan von der Spaß Truppe, der englischen Satiretruppe Monty Python, kam ich mir
zeitweise vor wie in selbigen Filmen.
Auf der einer Seite besorgte Gartenfreunde die um ihre Kleingartenanlagen, um ihren Kiez
bangen und kämpfen und auf der anderen Seite beseelte Stadtentwickler die gar nicht
realisieren, warum denn ihre Entwürfe so kritisch gesehen, so massiv abgelehnt werden.
Realsatire am Mittwochabend könnte man meinen, aber eben nicht für die Betroffenen.
Insgesamt wird hier erneut versucht, eine bereits getroffenen politische Entscheidung (2023),
demokratisch zu legitimieren. Bürger werden abgefragt, Einwürfe werden berücksichtigt oder
eben auch nicht. Aber am Ende des Zeitstahles; Es wird gebaut. Vielleicht nicht die 20m
breite Uferpromenade, vielleicht 500 Wohnungen weniger, vielleicht 100 Abrissgärten
weniger.
Abschließend möchte ich meine Beispielantwort auf immer wieder aufkommende
Bestrebungen städtische Grünflächen, ob Kleingarten oder Nachverdichtungen in
Wohngebieten wegzureisen und zu betonieren, wiederholen; „ der sommerliche
Temperaturunterschied von Treptow nach Kreuzberg beträgt derzeit bis zu 5 Grad Celsius
Plus steigend“. Diese Temperaturen werden systematisch in den nun abgeholzten und
nachbetonierten Stadtteilen nach und nach erreicht werden. Nachbarn ihr solltet aufwachen!
By the way; eine weitere Versieglung/Betonierung grüner Flächen wird unser Berliner
Grundwasser weiter erhitzen, eine nie dagewesene Städtische Katastrophe bahnt sich an.
Bebaute Flächen geben die Wärme an die Erdoberfläche bis in Tiefen in denen das
Grundwasser steht, ab. Unser Grundwasser erwärmt sich weiter (Innenstadtbereich Berlin
Mitte bereits bis zu 14 -16 Grad Wassertemperatur).
Zitat info@wasserladen.de: „für Mikroorganismen, die natürlicherweise hier vorkommen
sollten, ist diese bereits zu warm. Das geprüfte Wasser ist leblos – kein gutes Zeichen“.
Alarmismus?
Es schließt sich der Kreis – wir geben eine lebenswerte Zukunft an bestimmt auch
wohlgemeinte Bauprojekte auf. Einmal betonierte Flächen sind schwer wieder zu entsiegeln.
Wir Kleingärtner wissen auch – ohne Wasser ist alles nichts.
Frau Schneider Vorsitzende des Bezirksverbandes Treptow Köpenick sagte in ihrer Rede
„die Kleingärten sind das Grüne Herz Berlins“. Dem ist nichts hinzuzufügen.
Mit gärtnerischen Grüßen
KD. Greif
1.Vorsitzender
KGA Rathaus Treptow
